Krankenversicherung für Grenzgänger
In der Schweiz besteht Krankenversicherungspflicht. Als Grenzgänger haben sie ein Wahlrecht und können zwischen 3 Arten der  Krankenversicherung.
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In der Schweiz gibt es neben der Krankenversicherung noch weitere Pflichtabsicherungen. Für Grenzgänger gibt es einiges zu beachten.
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Der Ratgeber für (angehende) Grenzgänger in die Schweiz. Hier finden Sie alle Informationen, die Sie beim Start in den neuen Lebensabschnitt benötigen.
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Lebenshaltungskosten in der Schweiz

Daniel Seeger | Grenzgänger Spezialisten
Experte für Kranken- und Krankenzusatzversicherung | 04.01.22 |


Wie teuer ist das Leben in der Schweiz?


Pfennigfuchser sind die Schweizer wahrlich nicht. So viel steht fest. Da kommt es nicht von ungefähr, dass die Lebenshaltungskosten in der Schweiz verhältnismäßig hoch sind. Das betrifft so ziemlich alle Lebensbereiche von Auto, über Freizeitaktivitäten bis zum Wohnraum. Wir zeigen Ihnen genau, wie sich die einzelnen Bereich der Lebenshaltungskosten in der Schweiz gestalten und welchen Vorteil das Lebensmodell Grenzgänger an dieser Stelle mit sich bringt.

LEBENSHALTUNGSKOSTEN JE BEREICH
  • Wohnraum, Eigenheim und Finanzierung
  • Auto und öffentliche Verkehrsmittel
  • Versicherung und Vorsorge
  • Lebensmittel und Einkaufen
  • Freizeitgestaltung und Hobbys
  • Steuern und Abgaben
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Wohnraumkosten und Mieten in der Schweiz

Die Wohnraumkosten in der Schweiz sind in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Ein Schweizer gibt im Durchschnitt etwa ein Viertel seines Gehalts dafür aus. Im direkten Vergleich zu Deutschland zahlt der Schweizer für seine Wohnung in etwa das Doppelte.

Wie auch in Deutschland, sind die Mieten in Städten dabei deutlich höher als in ländlichen Gebieten. Zürich, Basel, Genf und Bern zählen zu den teuersten Regionen in der Schweiz. Eine 100 Quadratmeter-Wohnung (drei bis vier Zimmer) in Seenähe kostet in Zürich circa 4.500 CHF Miete. Das sind umgerechnet etwa 4.150 Euro bzw. 41,50 Euro pro Quadratmeter. München, als teuerste Stadt Deutschlands, liegt in der Spitze bei knapp 37 Euro pro Quadratmeter. Basel ist im Vergleich dazu schon fast günstig bei einer Miete von  etwa 2.000 bis 2.500 CHF.

Wer gleich ein Eigenheim kaufen möchte, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen. In den günstigsten Regionen gibt es noch Wohnungen für 4.000 CHF pro Quadratmeter. In Basel, Zürich & CO. steigt der Quadratmeterpreis je nach Lage derzeit auf bis zu 20.000 CHF. Noch teurer wird es, wenn ein Haus gekauft werden soll. Derzeit liegt der mittlere Listenpreis für Immobilien bei rund 1.050.000 CHF – in Zürich fast dreimal so viel.

Zusätzlich zur Miete oder dem Kaufpreis fallen die monatlichen Nebenkosten bei der Berechnung der Wohraumkosten an:

  1. Strom und Heizung: abhängig von der Haushaltsgröße und Größe der Wohnung ca. 100 bis 130 CHF (90 – 120 Euro)
  2. Telefon und Internet: ab ca. 60 CHF (55 Euro)
  3. Billag (Schweizer GEZ): 40 CHF (37 Euro)

Vorteil Grenzgänger: Mit einer Wohnung in Deutschland genießen Sie als Grenzgänger in Punkto Wohnraumkosten einen klaren Vorteil. Sowohl die Mieten als auch die Quadratmeterpreise in Deutschland sind günstiger. Wer also in der Schweiz arbeitet und in Deutschland wohnt, profitiert nicht nur von den höheren Gehältern in der Schweiz, sondern spart durch die niedrigeren Wohnraumkosten gleich doppelt. Nicht zuletzt deshalb erfreut sich das Grenzgänger-Lebensmodell “Leben in Deutschland – Arbeiten in der Schweiz” aktuell seiner großen Beliebtheit.


Kosten für Auto und Verkehrsmittel in der Schweiz

Die durchschnittlichen Treibstoffpreise in der Schweiz sind etwas höher als in Deutschland. Besonders Diesefahrer bekommen das zu spüren. Der Diesel ist in der Schweiz sogar teurer als Benzin. Für Grenzgänger lohnt sich also das Tanken auf der deutschen Seite der Grenze.

Aufgrund der hohen Wohnraumkosten in den Ballungszentren wie Zürich oder Basel pendeln viele Schweizer von ländlichen Gebieten zur Arbeit in die Stadt. Laut einer Statistik liegen die Kosten für das Pendeln in der Schweiz bei etwa 750 CHF.  Diese durchschnittlichen Pendlerkosten ist ein errechneter Wert aus den Kosten für Fahrten mit dem KFZ sowie für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Grenzgänger aus Deutschland, die täglich zu ihrem Arbeitsplatz in der Schweiz pendeln, sollten in etwa mit denselben monatlichen Kosten kalkulieren.


Kosten für Versicherung in der Schweiz

Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz keine Splittung der Sozialleistungen in einen Arbeitnehmer- und einen Arbeitgeberanteil. Schweizer Arbeitnehmer müssen ihre Krankenversicherung komplett selbst bezahlen. Diese Regelung gilt auch für Grenzgänger, und zwar unabhängig davon, ob Sie sich in der Schweiz oder in Deutschland krankenversichern.

Mehr zum Thema Krankenversicherung in der Schweiz, Ihrem Optionsrecht und was Sie als Grenzgänger diesbezüglich beachten müssen, finden Sie in unserer Rubrik Krankenversicherung für Grenzgänger.

Alle weiteren Versicherungen, wie bspw. Hausrat, Haftpflicht oder Berufsunfähigkeitsversicherung schließen Sie mit Wohnort in Deutschland ganz normal bei einer deutschen Versicherungsgesellschaft ab. Ihren existierenden Versicherungsschutz sollten Sie zu Beginn der Grenzgängertätigkeit überprüfen lassen. Insbesondere die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt anhand der neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

Falls Sie in die Schweiz umziehen und dort im Status Aufenthalter der Arbeit nachgehen, erlischt Ihr existierender Versicherungsschutz in fast allen Fällen. Lassen Sie sich hierzu auf jeden Fall professionell beraten. Manche Tarif können auch beitragsfrei gestellt werden, so dass Sie bei einem Rückzug nach Deutschland keine erneute Gesundheitsprüfung durchführen müssen.

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Lebensmittelpreise in der Schweiz

Lebensmittel und andere Konsumgüter sind in der Schweiz durchschnittlich um rund 30 Prozent teurer als in Deutschland. Die Schweiz liegt dabei im europaweiten Vergleich bei den Kosten für Lebensmittel auf Platz zwei hinter Island (Stand 2018, Eurostat).

Obst und Gemüse sind im Nachbarland sogar rund 65 Prozent teurer, Alkohol etwa 70 Prozent. Besonders teuer sind tierische Produkte und Fleisch: bis zu 220 Prozent mehr müssen dafür kalkuliert werden. Aus diesem Grund sind deutsche Supermärkte in Grenzregionen besonders stark von Schweizern frequentiert. Doch Vorsicht: Wer in der Schweiz lebt und in Deutschland einkauft, muss die Freimengen und Einfuhrbeschränkungen beachten. 


Lebenshaltungskosten Schweiz: Freizeit und Ausgehen

Für alle, die schon einmal zu Besuch in einem Restaurant in der Schweiz waren, ist es keine Überraschung: alles ist teurer. Die deutlich höheren Kosten für Lebensmittel sowie die höheren Löhne in der Schweiz haben zur Folge, dass jeder Restaurantbesuch wesentlich kostspieliger ist als in Deutschland. Für andere Freizeitaktivitäten, wie Kinobesuche, Skifahren, Wellness oder ähnliche Unternehmungen zählt das gleiche Prinzip:

  • Für einen Kinobesuch bezahlen Sie in der Schweiz ca. 25 CHF (24 €)
  • Ein Pizza Margerita kostet in einem Schweizer Restaurant im Durchschnitt 15 CHF (14 €), also nahezu das Doppelte wie in Deutschland.
  • Ein Bier bekommen Sie im Restaurant für ca. 5,80 CHF (5,60 €). In Deutschland kosten 0,35 Liter Bier rund zwei Euro weniger.
  • Für den Cappuccino dürfen Sie in der Schweiz mit 4,60 CHF (4,50 €) ebenfalls vergleichsweise tief in die Tasche greifen. In Deutschland kostet sie dasselbe Heißgetränk nur rund 2,50 €.

Steuerbelastung in der Schweiz

Die durchschnittliche Steuerlast in der Schweiz liegt:

  • für Ehepaare mit zwei Kindern bei etwa 9,5 %
  • für Singles ohne Kinder bei etwa 22 %

Somit ist der durchschnittliche Steuersatz in der Schweiz weit unter dem in Deutschland. Hier liegt er

  • für Ehepaare mit zwei Kindern bei etwa 33,8 %
  • für Singles ohne Kinder bei etwa 49,3 %

Grenzgänger aus Deutschland, die in der Schweiz arbeiten, gilt nach dem Doppelbesteuerungsabkommen (DAB) zwischen Deutschland und der Schweiz die sogenannte Wohnsitzsteuer. Diese Regelung besagt, dass Sie Ihr Einkommen in Deutschland versteuern müssen. Zudem ist der Schweizer Staat berechtigt, 4,5 Prozent von Ihrem Bruttogehalt oder -lohn, die sogenannte Quellsteuer, einzubehalten. Diesen Betrag können Grenzgänger dann allerdings im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung in Deutschland wieder geltend machen.

Fazit: Lebenshaltungskosten für Grenzgänger

Kommen wir zurück auf unsere Eingangsfrage: Ist die Schweiz tatsächlich so teuer? Ja, das ist sie. Zumindest, wenn wir die Preise aus deutscher Sicht und mit deutschen Einkommen betrachten. Die hohen Löhne in der Schweiz gleichen die enormen Lebenshaltungskosten jedoch in vielen Bereichen aus.

Wer allerdings in der Schweiz arbeitet und in Deutschland wohnt, kann als Grenzgänger die Kostenfaktoren elegant umgehen und dennoch vom schweizer Lohnniveau profitieren. Arbeitnehmer verdienen in der Schweiz durchschnittlich 6.500 Euro monatlich - bei geringeren Steuern. In Deutschland beträgt der Bruttolohn ca. 3.975 Euro.

Den hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz im Bereich Lebensmittel und Konsumgüter können Sie als Grenzgänger elegant ausweichen, indem Sie hauptsächlich in Deutschland einkaufen. Kino- oder Restaurantbesuche können Sie als Grenzgänger ebenfalls nach Deutschland verlegen und sparen hierbei nochmals.

Ein paar Nachteile müssen Sie dafür jedoch in Kauf nehmen. Als Grenzgänger müssen Sie bspw. Ihre komplette Krankenversicherungsbeiträge selbst bezahlen. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nicht. Außerdem ist die Einkommensteuer in Deutschland deutlich höher als in der Schweiz. Diese müssen Sie nämlich in Deutschland bezahlen.

VORTEIL FÜR GRENZGÄNGER
  • Attraktive und hohe Bruttogehälter in der Schweiz
  • Geringere Kosten für Lebensmittel und Konsumgüter in Deutschland
  • Geringere Wohnraumkosten in Deutschland
  • Geringere Kosten für Freizeit und Aktivitäten
NACHTEIL FÜR GRENZGÄNGER
  • Einkommensteuerveranlagung in Deutschland
  • Hohe Pendlerkosten und Zeitaufwand
  • Krankenversicherungsbeitrag muss zu 100 % selbst getragen werden

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