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Home-Office als Grenzgänger: Darauf müssen Sie jetzt achten

Die Corona-Pandemie bringt viele neue Regelungen und Übergangslösungen auf den Weg. Dazu gehört auch, dass zunehmend mehr Arbeitnehmer im Home-Office tätig sind, um das Verbreitungsrisiko mindestens innerhalb eines Unternehmens zu minimieren. Doch für Grenzgänger können daraus einige Schwierigkeiten resultieren.

Denn für ihren Status ist es notwendig, dass sie regelmäßig von ihrer Arbeit im Ausland an ihren Wohnsitz zurückkehren. Andernfalls kann der Grenzgänger-Status für sie entfallen. Die Regierung hat allerdings wichtige Regelungen getroffen, mit denen Grenzgänger im Home-Office geschützt werden sollen.

Der Grenzgänger-Status während der  Corona-Pandemie:

Die aktuelle Situation hat Auswirkungen auf die Steuern und die Sozialversicherung von Grenzgängern. Denn entsprechend dem Doppelbesteuerungsabkommen entfällt der Grenzgänger-Status, wenn die Pendler nicht an mindestens 60 Tagen pro Kalenderjahr von ihrer Arbeitsstätte im Ausland an ihren Wohnsitz zurückkehren. Und bei Grenzgängern im Home-Office ist diese Voraussetzung nicht mehr gegeben

Denn dabei handelt es sich um eine „Nichtrückkehr“, da gar nicht erst eine Hinreise erfolgt. Doch konnten sich die Länder Deutschland, Schweiz und Frankreich auf eine besondere Regelung einigen: Bis Ende des Jahres wird den Pendlern automatisch eine arbeitstägliche Rückkehr an ihren Wohnsitz unterstellt. Somit bleibt ihr Status als Grenzgänger auch im Home-Office erhalten.

Wichtig: Nachweis des Arbeitgebers

Die Arbeitstage im Home-Office werden bei Grenzgängern während der Coronazeit wie Arbeitstage im Tätigkeitsland angerechnet. Allerdings nur, wenn der Arbeitgeber entsprechend eine Bescheinigung für seinen Angestellten ausstellt. Außerdem muss die Tätigkeit von zu Hause aus im Zusammenhang mit der Pandemie stehen.

Der Sozialversicherungsstatus von Grenzgängern während Corona

Gemäß EU-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 883/2004) sind Grenzgänger in ihrem Wohnsitzland sozialversicherungspflichtig, wenn sie ihre Tätigkeit dort zu mindestens 25 Prozent ausüben. Dies würde bei einem Grenzgänger im Home-Office bedeuten, dass er in Deutschland der Renten- und Krankenversicherung beitreten muss. Die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) teilte allerdings mit, das derzeit keine Änderungen des bestehenden Rechts angedacht sind.

Somit können sich Grenzgänger weiterhin in der Schweiz versichern, auch wenn sie die meiste Arbeitszeit im Home-Office verbringen. Doch handelt es sich hierbei um eine vorübergehende Sonderregelung. Sollte die Arbeit von zu Hause aus dauerhaft bestehen bleiben, unabhängig von Covid-19, gilt dieses Recht nicht mehr. In diesem Fall ergeben sich für die Arbeitnehmer deutliche Änderungen in Bezug auf die Steuern und Sozialversicherungen.

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Und was passiert nach dem 31.12. mit Grenzgängern im Home-Office?

Zum Jahresende hin laufen die derzeit gültigen Sonderregelungen für Grenzgänger im Home-Office aus. Das bedeutet, ab dem 31.12.2021 wird den Pendlern, die aufgrund der Pandemie von zu Hause aus arbeiten, keine tägliche Rückkehr mehr an ihren Wohnsitz unterstellt. Somit erlischt ihr Grenzgänger-Status, wenn sie nicht an mindestens 60 Tagen im Jahr von ihrer Arbeitsstätte an ihren Wohnort zurückkehren. Für viele Grenzgänger sorgt dies für Unsicherheit. Denn die Pandemie hat Deutschland und die Schweiz nach wie vor fest im Griff. Die vierte Welle ist zudem dafür verantwortlich, dass noch immer oder erneut viele Menschen von zu Hause aus arbeiten. Und dieser Zustand könnte weiter anhalten – über den 31.12. hinaus. Das eidgenössische Finanzdepartment und das Bundesfinanzministerium in Berlin sind sich jedoch dessen bewusst.

Aktuell liegen somit noch keine genauen Informationen vor, wie es für Grenzgänger im Home-Office nach dem 31.12. weitergehen wird. Es bleibt abzuwarten, was in Berlin und dem eidgenössischen Finanzdepartment in den kommenden Wochen beschlossen wird. Sollte die derzeitige Ausnahmeregelung nicht verlängert werden, greift für Grenzgänger automatisch die Regelung des Doppelbesteuerungsabkommens. Zudem gilt für Beschäftigte, die mehr als 24,9 Prozent ihrer Arbeitszeit im Home-Office verbringen, dass sie sich in ihrem Wohnsitzland sozialversichern müssen.

In Berlin erklärte man, die Regeln rechtzeitig und vor Ablauf der Frist zu evaluieren. Sollte die Situation weiter anhalten und Grenzgänger dazu zwingen, auch das neue Jahr überwiegend im Home-Office zu begrüßen, wäre eine Verlängerung der Ausnahmeregelung denkbar. Derzeit liegen jedoch noch keine genauen Informationen vor. Hinzu kommt, dass mit der Digitalisierung die Arbeit in den eigenen Vier Wänden in den vergangenen Jahren deutlich beliebter wurde. Sprecher des Pharmakonzerns Roche erklärten gegenüber der Badischen Zeitung, dass man zwar nach Monaten der Arbeit am Wohnsitz einen Trend zurück ins Büro beobachtete. Dennoch müsse für die Zukunft geklärt werden, ob verbesserte Regelungen für Grenzgänger im Home-Office möglich sind. Hier gibt es noch erheblichen Regelungsbedarf.

Somit würde ihr Recht auf eine Grenzgänger-Krankenversicherung erlöschen und sie müssten in Deutschland eine Krankenversicherung abschließen. Zusätzlich zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Es bleibt also abzuwarten, ob die Ausnahmeregelung zum Home-Office für Grenzgänger über den 31.12.20201 hinaus verlängert wird und ob dem grundsätzlichen Regelungsbedarf zu dieser Thematik nachgekommen wird.

Grenzgänger im dauerhaften Home-Office

Sofern die Arbeit im Home-Office über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen soll, entfällt unter Umständen der Grenzgänger-Status. Und dadurch ergeben sich nicht nur Änderungen in Bezug auf die Steuer. Sondern auch bei der Sozialversicherung. Macht die Arbeitszeit im Home-Office mindestens 25 Prozent der Gesamtarbeitszeit aus, müssen die Arbeitnehmer in ihrem Wohnsitzland Sozialversicherungsbeiträge abführen. Demzufolge greift nicht mehr das Sozialversicherungsrecht in der Schweiz oder in Frankreich, sondern in Deutschland.

Dementsprechend könnte das Modell der Schweizer KVG entfallen und die Grenzgänger müssen sich in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland versichern. Und da es in der Schweiz keinen Arbeitgeberanteil zur GKV gibt, können die Kosten für eine Absicherung in der gesetzlichen Krankenkasse sehr hoch sein. Arbeitnehmer, die zuvor privat krankenversichert waren, bleiben dies auch meist. Wer jedoch in die GKV zurückkehren möchte, kann hier einen Termin buchen und sich durch einen von unseren Experten zu diesem komplexen Thema beraten lassen.

Änderungen bei der Steuer

Des Weiteren greift das Doppelbesteuerungsabkommen im Home-Office. Dieses besagt, dass die Steuer dort abzuführen ist, wo das Einkommen effektiv erzielt wird. Arbeitnehmer, die überwiegend von Deutschland aus arbeiten, müssen entsprechend an ihrem Wohnsitz die Steuern abführen. Außerdem muss der Arbeitgeber den Quellensteuerabzug anpassen, was für den Beschäftigten mit höheren Ausgaben verbunden ist.

Fazit

Während der Corona-Pandemie müssen Grenzgänger im Home-Office keine Nachteile fürchten. Denn wenn sie in ihrem Zuhause in Deutschland arbeiten, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, genießen sie durch den Gesetzgeber und Regelungen zwischen den Staaten einen besonderen Schutz. Dies gilt auch für Pendler, für die der Grenzübertritt mit langen Wartezeiten am Zoll verbunden und daher nicht zumutbar ist.

Soll das Home-Office allerdings dauerhaft bestand haben, kann sich dies auf den Grenzgänger-Status auswirken. Und daraus resultieren Nachteile bei der Steuer und der Sozialversicherung. Ratsamer kann es daher sein, nur an wenigen Tagen von zu Hause aus zu arbeiten, um den Großteil der Arbeitszeit im schweizerischen Unternehmen zu verbringen. Andernfalls droht den Pendlern, dass sie ihren Grenzgänger-Status verlieren und dadurch auch die damit verbundenen Vorteile.

Autor: Daniel Seeger, Geschäftsführer ZVO & Sekurata – die Grenzgänger Spezialisten
Letzte Aktualisierung: 24.11.2021

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