Systemrelevante Branchen in der Schweiz:

Für viele Menschen in Grenzgebieten ist es aus wirtschaftlicher Sicht besonders interessant, in der Schweiz zu arbeiten und in Deutschland zu leben. Denn die Schweiz bietet einen stabilen Arbeitsmarkt und hohe Gehälter, die in Kombination mit den Lebenshaltungskosten in Deutschland finanzielle Stabilität ermöglichen. Zusätzlich gelten in einigen Branchen und Sektoren Grenzgänger als systemrelevant, was noch mehr Sicherheit und ein langfristiges Arbeitsverhältnis verspricht.

Systemrelevante Grenzgänger Jobs

35.300 Menschen pendelten 2019 täglich von den Grenzregionen im Südwesten, Lörrach und Waldshut in die Schweiz zum Arbeiten. Davon sind rund 14 Prozent (4.900) im Gesundheits- und Sozialwesen tätig. Doch auch in der Pharmaindustrie, im Maschinenbau und in weiteren Branchen sind Fachkräfte aus Deutschland gefragt.

Gesundheits- und Sozialwesen

Eine Vielzahl der deutschen Grenzgänger arbeitet in Kliniken und Pflegeheimen in der Schweiz. Als einer der größten Arbeitgeber dieser Sektion gilt in der Nordwestschweiz das Unispital Basel, das bei etwa 6.570 Mitarbeitern rund 1.500 Grenzgänger beschäftigt. Etwa zwei Drittel davon stammen aus Deutschland und sind in ärztlichen oder pflegenden Bereichen, aber auch in der Verwaltung und im Wirtschaftsbetrieb tätig.

Ähnlich sieht es auch in anderen Kliniken und Pflegeheimen in Basel-Stadt, Baselland und im Aargau aus. Das Universitätskinderspital (UKBB) beschäftigt bei 934 Mitarbeitern sogar 23 Prozent Grenzgänger, 17 Prozent aus dem Raum Südbaden. Dabei halten sowohl die Sprecherin des UKBB als auch der Sprecher des Bethesda Spitals fest, das Grenzgänger für den reibungslosen Ablauf des Betriebs sehr wichtig sind. Sie gelten in diesem Sektor als systemrelevant.

Industrie und Gewerbe

Unter Berücksichtigung aller Grenzgänger liegt der Bereich Industrie und Gewerbe summenmäßig noch vor dem Gesundheits- und Sozialwesen. So waren im Jahr 2019 27.200 Grenzgänger, allein 14.470 aus Südbaden, in diesem Sektor tätig.

Zwar wurden im Bereich Maschinenbau nur etwa 1.600 Grenzgänger verzeichnet, doch führt diese niedrige Zahl mitunter darauf zurück, dass nur Grenzgänger in Baselland, Basel-Stadt, im Aargau und im Kanton Solothurn gezählt wurden. Viele der größten Arbeitgeber dieses Sektors, darunter der ABB-Konzern, sind allerdings in weniger grenznahen Kantonen wie Zürich ansässig.

Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie zählte 2019 etwa 5050 Grenzgänger aus Deutschland und dem Elsass. Als zwei der größten Arbeitgeber nicht nur im Hinblick auf diese Branche, sondern in der gesamten Schweiz, gelten Novartis und Roche Holding. Dabei bieten diese Unternehmen nicht nur Grenzgänger-Jobs im Pharma- und Chemie-Bereich. Sondern auch in der Verwaltung, Informatik, im kaufmännischen Sektor und der Logistik.

Weitere Branchen mit systemrelevanten Grenzgänger-Jobs

Neben Industrie und Gewerbe, Pharma und Gesundheit gibt es weitere Branchen in der Schweiz, in denen systemrelevante Grenzgänger-Jobs verzeichnet werden. Darunter Dienstleistungen, Finanzen, Logistik, Verwaltung und Gastgewerbe. Während im Gastgewerbe 2019 rund 1.500 Grenzgänger beschäftigt waren, zählte die Verwaltung des Kantons Basel-Stadt alleine 360 Beschäftigte aus Südbaden.

Quelle: Badische Zeitung, Artikel: „Grenzgänger sind systemrelevant“

Arbeiten mit Zukunft: Deutsche Fachkräfte sind in der Schweiz gefragt

Knapp 30 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz sind Ausländer (Quelle: Handelszeitung.ch). Darunter fallen sowohl Einwanderer als auch Grenzgänger. Die Schweiz ist somit sehr erfolgreich darin, Ausländer auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Die hohe Zahl weißt auch daraufhin, dass ohne den Ausländeranteil die schweizerische Wirtschaft ins Stocken geraten würde.

Dabei sind Grenzgänger nicht nur im Spitalbetrieb wichtig, um relevante Leistungen quantitativ und qualitativ am Laufen zu halten. Sondern auch als Fachkräfte in anderen Branchen und Sektionen.

In der Schweiz arbeiten und in Deutschland leben

Dank des Abkommens zwischen den Ländern stellt es für Deutsche kein Problem mehr dar, in der Schweiz zu arbeiten. Sie können also von den hohen Löhnen und der stabilen Wirtschaft profitieren. Grenzgänger haben zudem den Vorteil, dass sie Gehälter beziehen, die an die hohen Lebenshaltungskosten der Schweiz angepasst sind. In Deutschland hingegen ist das Leben im direkten Vergleich deutlich preiswerter. Noch dazu haben Grenzgänger die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung abzuschließen, womit sie sich medizinisch sehr gut absichern können. Die beste Variante bietet jedoch eine Grenzgänger Krankenversicherung nach KVG – sie ist günstig und bietet enorme Flexibilität durch private Zusatzversicherungen.

Doch neben all den Vorteilen, die eine Beschäftigung in einem systemrelevanten Grenzgänger-Job in der Schweiz bietet, gilt es auch einige Hürden zu überwinden. So muss eine Grenzgängerbewilligung eingeholt werden, es gib steuerliche Aspekte zu beachten und wichtige Entscheidungen in Bezug auf den Versicherungsschutz zu treffen.

Als Grenzgänger-Experten sind wir Ihnen gerne dabei behilflich, diese Hürden zu meistern. In unseren Ratgebern finden sie viele Informationen zu den Themen Steuern, Versicherungen und Jobsuche. Außerdem sind unsere Experten auch gerne persönlich oder telefonisch für Sie da. Rufen Sie uns einfach an oder nutzen Sie unser Kontaktformular und vereinbaren Sie schnell und unkompliziert einen Termin mit uns.

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Autor: Daniel Seeger, Geschäftsführer ZVO & Sekurata – die Grenzgänger Spezialisten
Letzte Aktualisierung: 07.07.2020

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